UniFi Dream Machine Beast im Härtetest

UniFi Dream Machine Beast im Härtetest.

Wie viel mehr Leistung bringt die Beast gegenüber der UDM Pro wirklich?

Vor einigen Wochen haben wir die neue UniFi Dream Machine Beast ausgepackt und einen ersten Blick auf die technischen Daten geworfen.

Die Versprechen von Ubiquiti klangen beeindruckend:

  • Mehr Leistung
  • Mehr Sessions
  • Mehr Durchsatz
  • Mehr Reserven für IDS und IPS

Doch wir wollten es genau wissen. Wie viel Mehrleistung bringt die Beast tatsächlich im Vergleich zur UDM Pro?

Und vor allem:

Was bleibt davon übrig, wenn Sicherheitsfunktionen wie IDS, IPS und Deep Packet Inspection aktiviert werden?

Genau das haben wir in unserem Firewalllabor untersucht.

Unser Testaufbau

Um beide Geräte fair vergleichen zu können, wurden UDM Beast und UDM Pro nacheinander im identischen Netzwerk getestet. Lediglich das Gateway wurde ausgetauscht, der restliche Aufbau blieb unverändert.

Komponenten

  • 3 × Raspberry Pi (1 GbE)
  • 1 × VM mit 20G SFP Anbindung
  • 1 × Sink-VM als Testziel
  • UDM Pro bzw. UDM Beast als Gateway
  • Identische Konfigurationen und VLANs

Reproduzierbarkeit

Wir veröffentlichen sowohl unsere Testskripte als auch den vollständigen Aufbau.

Installation & Testskripte
[GitHub-Link]

Ausführlicher Beschrieb des Testaufbaus
[GitHub-Link]

Damit können die Resultate nachvollzogen und in einer eigenen Umgebung reproduziert werden.

Was wurde getestet?

Für den Vergleich haben wir fünf unterschiedliche Lastszenarien definiert.

Diese decken sowohl klassische Firewallaufgaben als auch moderne Sicherheitsfunktionen ab.

1. Maximale Anzahl paralleler Sessions

Wie viele gleichzeitige Verbindungen kann die Firewall verwalten?

Gerade in modernen Netzwerken mit Cloud Diensten, Smartphones, Kameras, IoT Geräten und Homeoffice Arbeitsplätzen ist dies ein wichtiger Wert.


2. IDS / IPS

Wie stark beeinflusst die Angriffserkennung die verfügbare Leistung?

Zusätzlich wurde geprüft, ob bekannte Angriffssignaturen korrekt erkannt werden.


3. Deep Packet Inspection + IPS

Wie verhält sich die Firewall, wenn sämtliche Analyse- und Schutzfunktionen gleichzeitig aktiv sind?


4. Connections per Second

Wie schnell kann das Gerät neue Verbindungen aufbauen?

Eine Kennzahl, die in vielen Datenblättern kaum beachtet wird, in der Praxis aber entscheidend sein kann.


5. Reale Dateiübertragung

Als Gegenprobe wurden grosse TCP-Dateiübertragungen durchgeführt.

Dadurch lässt sich überprüfen, ob die synthetischen Lasttests die Realität korrekt widerspiegeln.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Beast verwaltet deutlich mehr Sessions

Während die UDM Pro je nach Konfiguration zwischen rund 68’000 und 242’000 Sessions erreichte, bewegte sich die Beast konstant zwischen 400’000 und 462’000 Sessions.

Besonders interessant:

Die UDM Pro stösst dabei direkt an ihr Conntracklimit von 65’536 Einträgen. Die Beast bleibt selbst bei maximaler Last deutlich unter ihrem theoretischen Maximum.

Vollständige Inspection kostet die Beast praktisch keine Leistung

Der wohl spannendste Test: Deep Packet Inspection und IPS gleichzeitig aktiv.

  • Gerät
  • UDM Beast
  • UDM Pro
  • Durchsatz Erhalt
  • 104.5%
  • 57.1%

Die Beast zeigte praktisch keinen messbaren Verlust. Die Pro verlor dagegen rund 43 % ihres Goodputs.

Die CPU-Reserven unterscheiden sich massiv

Bereits ohne vollständige Inspection arbeitet die UDM Pro im Benchmark mit durchschnittlich rund 90 % CPU Auslastung.

Die Beast liegt im selben Test bei ungefähr 50 %.

Das bedeutet:

Die Beast besitzt deutlich mehr Reserven für zukünftiges Wachstum.

Reale Dateiübertragungen

Auch bei echten TCP-Dateiübertragungen bestätigt sich das Bild. Die Beast behält mit aktivem IPS rund 87 % ihres ursprünglichen Durchsatzes, die Pro nur 49 %.

Fazit

Die UDM Beast ist nicht einfach eine etwas schnellere UDM Pro.

In unserem Benchmark zeigt sich über sämtliche Testkategorien hinweg ein konsistentes Bild:

  • Mehr Sessions
  • Mehr CPU-Reserven
  • Mehr Durchsatz unter Last
  • Kaum Leistungsverlust durch IDS/IPS und DPI
  • Deutlich mehr Reserven für zukünftige Anforderungen

Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass die Beast selbst unter aktivierter Deep Packet Inspection und IPS praktisch keinen messbaren Leistungseinbruch zeigt.

Für kleinere Umgebungen bleibt die UDM Pro weiterhin eine solide Lösung. Wer jedoch mehrere Gigabit Internetanbindung, umfangreiche Sicherheitsfunktionen oder hohe Lastszenarien plant, erhält mit der Beast deutlich mehr Reserven.

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Datenblätter liefern erste Anhaltspunkte. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit zeigt sich jedoch erst unter realen Bedingungen. Deshalb testen wir neue Technologien nicht nur auf dem Papier, sondern in reproduzierbaren Praxisszenarien.

Würdest du etwas anders machen oder erhältst du andere Ergebnisse? Melde dich, wir freuen uns über deine Rückmeldung. 💙